Guntersblum: Gemeinderat entscheidet am 22. Oktober über die Zukunft des Horts – Kosten wegen fehlender Jahresabschlüsse unklar.
In Guntersblum steht der Hort zur Debatte. Das berichtet die Allgemeine Zeitung am Samstag, dem 17. Oktober 2026. Der Hort hatte sein Angebot bereits von 40 auf 20 Plätze reduziert. In der Gemeinderatssitzung am 22. Oktober soll nun eine Grundsatzentscheidung fallen, ob die Gemeinde den Hort behält. Ortsbürgermeisterin Dorothee Hientzsch (SPD) verweist darauf, dass die Ganztagsbetreuung grundsätzlich Aufgabe des Landes sei, die Gemeinde den Hort aber selbst finanziere. Guntersblum sei eine finanzschwache Kommune, der Hort eine große Belastung. Sie selbst befürworte grundsätzlich die Weiterführung als zusätzliches flexibles Angebot neben der Ganztagsschule; von heute auf morgen könne der Hort nicht abgeschafft werden.
Eine Petition für den Erhalt des Horts haben laut dem Bericht über 230 Menschen unterzeichnet. Initiatorin Katrin Diem will zur früheren Kapazität von 40 Plätzen zurück. Ausgelöst wurde die Debatte, weil der Hort aus Kostengründen aus seinen Mieträumen ausziehen soll. Der eigentlich vorgesehene Umzug in die neu gebaute Kita „Abenteuerwelt“ scheiterte: Bei der Begehung des fertigen Baus lehnte das Landesjugendamt die Räume für einen Hort ab. In den Unterlagen war zwischenzeitlich nur noch von einem Mehrzweckraum die Rede gewesen; was genau falsch gelaufen ist, lasse sich wegen mehrerer personeller Wechsel bei der Verbandsgemeinde kaum noch rekonstruieren. Wie viel der Hort tatsächlich kostet, ist laut Hientzsch derzeit nicht exakt klar – wegen seit Jahren fehlender Jahresabschlüsse: „Wir agieren ins Blinde.“ Bis zur Sitzung sollen belastbare Zahlen vorliegen. Für einen Hort mit 20 Kindern stünden gemeindeeigene Räume in Aussicht.
Wir fordern: Wer Betreuung bestellt, muss sie auch bezahlen. Wenn die Ganztagsbetreuung Aufgabe des Landes ist, darf das Land die Kosten nicht bei einer finanzschwachen Ortsgemeinde abladen. Dass ein Gemeinderat über eine solche Frage entscheiden muss, ohne die tatsächlichen Kosten zu kennen, weil seit Jahren Jahresabschlüsse fehlen, ist ein Armutszeugnis für die Verwaltung. Ebenso muss aufgeklärt werden, wie aus einem geplanten Hortraum im Kita-Neubau ein „Mehrzweckraum“ werden konnte, den das Landesjugendamt am Ende ablehnt – auf Kosten der Familien in Guntersblum. Wir fordern: die Jahresabschlüsse zügig nachholen, die Planungsfehler offenlegen und den Familien Planungssicherheit geben.
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Quelle: Allgemeine Zeitung, 17.10.2026. https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/kreis-mainz-bingen/verbandsgemeinde-rhein-selz/guntersblum/guntersblumer-rat-entscheidet-ueber-zukunft-des-horts-6543140
Urheber: Allgemeine Zeitung (Tim Würz), 17.10.2026 – 05:00.
