Mainz-Bingen: SPD fordert vom Landrat „klare Haltung“ gegen die AfD – Sachpolitik statt Brandmauer-Rituale

Mainz-Bingen: SPD fordert vom Landrat „klare Haltung“ gegen die AfD – Sachpolitik statt Brandmauer-Rituale.

Eine Aussage von Landrat Thomas Barth (CDU) zu AfD und Linken sorgt im Kreis Mainz-Bingen für Diskussionen. Das berichtet die Allgemeine Zeitung am Freitag, dem 16. Oktober 2026. In einem Interview mit der Zeitung zu seinem ersten Amtsjahr hatte Barth am 15. Oktober gesagt: „Wir haben keine Zusammenarbeit mit der AfD: Die Koalition aus CDU, SPD und FWG steht klar und deutlich. Ich fände im Grunde genommen rote Linien deutlich besser als Brandmauern, denn rote Linien zieht jetzt die SPD in Berlin mit den Linken. Die Linken sind für mich nicht besser als die AfD. Ich mag keine Extreme.“

Der SPD-Kreisverband Mainz-Bingen widerspricht laut dem Bericht in einer Pressemitteilung der Gleichsetzung von AfD und Linken: „Die Brandmauer gegenüber der AfD ist keine Frage politischer Zweckmäßigkeit oder wechselnder Mehrheiten. Sie ist Ausdruck einer demokratischen Grundhaltung. Gerade deshalb darf sie nicht relativiert werden.“ Von einem Landrat, der für den gesamten Landkreis Verantwortung trage, erwarte die SPD eine klare und unmissverständliche Haltung. Für sie stehe fest: „Die Brandmauer gegenüber der AfD bleibt bestehen und ist nicht verhandelbar.“ Barth reagierte gegenüber der Zeitung mit einer Einordnung: „Ich lehne jegliche Form von Extremismus ab – sei es von rechts, von links oder religiös. Ich habe da eine klare Haltung: Für mich ist eine Zusammenarbeit mit AfD und Linken ein No-Go.“ Im Kreistag Mainz-Bingen regiert eine Koalition aus CDU, SPD und FWG; fünf Kreistagsmitglieder gehören der AfD an.

Wir fordern: Die AfD sitzt mit fünf gewählten Mitgliedern im Kreistag, weil Bürgerinnen und Bürger aus Mainz-Bingen sie gewählt haben. Wer eine „Brandmauer“ für „nicht verhandelbar“ erklärt, grenzt nicht nur uns aus, sondern auch diese Wähler. Der Landrat selbst sagt, dass die meisten Beschlüsse im Kreis einstimmig fallen – das zeigt, worum es im Kreistag gehen sollte: um Schulen, Straßen, Rettungsdienst und solide Finanzen, nicht um Abgrenzungsrituale. Statt dem Landrat Bekenntnisse abzuverlangen, sollte die SPD erklären, wie sie die drängenden Probleme im Kreis lösen will. Wir stehen für sachliche Zusammenarbeit zum Wohl des Landkreises – jeder gute Vorschlag verdient eine Mehrheit, egal von wem er kommt.

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Quelle: Allgemeine Zeitung, 16.10.2026. https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/kreis-mainz-bingen/landkreis-mainz-bingen/mainz-bingen-spd-fordert-klare-haltung-gegenueber-der-afd-6552845
Ergänzend: Allgemeine Zeitung, Interview „Ein Jahr Landrat Barth“, 15.10.2026. https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/kreis-mainz-bingen/landkreis-mainz-bingen/ein-jahr-landrat-barth-habe-frueh-klare-fragen-gestellt-6197198
Urheber: Allgemeine Zeitung (Felix Plum), 16.10.2026 – 16:00, und 15.10.2026 – 09:00; Pressemitteilung SPD-Kreisverband Mainz-Bingen (zitiert nach Allgemeine Zeitung).

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