Bingen-Sponsheim: Umgestaltung der Zufahrt „In der Weide“ soll rund 1,8 Millionen Euro kosten – Betriebe haben Bedenken.
Die Straße „In der Weide“, Zufahrtsachse zum Binger Stadtteil Sponsheim, soll ansprechender gestaltet werden. Das berichtet die Allgemeine Zeitung am Samstag, dem 17. Oktober 2026. Grundlage ist der gemeinsam mit der Bürgerschaft erarbeitete „Masterplan“ für Sponsheim, der unter anderem eine Aufwertung der Stadtteileingänge vorsieht. Eine Umgestaltung könnte bereits 2027 erfolgen. Die Investitionssumme liegt laut dem Bericht bei rund 1,8 Millionen Euro und müsste über die wiederkehrenden Beiträge abgerechnet werden.
Der Bauausschuss berät am Dienstag, dem 20. Oktober, ab 18 Uhr in öffentlicher Sitzung im Saal der Burg Klopp über die Varianten. Die bloße Wiederherstellung im jetzigen Zustand (Variante 1) ist nach den Vorgaben des Masterplans ausgeschlossen; auch wechselseitige Fahrbahnverengungen mit einseitig verbreitertem Gehweg und Pflanzinseln (Variante 2) kommen laut Verwaltungsvorlage nicht in die engere Wahl. Als „Vorzugsvariante“ gilt ein gepflasterter, überfahrbarer Mittelstreifen mit Grün und Straßenbäumen (Variante 3). Dabei würden allerdings Stellplätze entfallen, der Pflegeaufwand wäre höher. Die Verwaltung verweist darauf, dass Zufahrten zu den Betrieben und Schleppkurven für Lkw berücksichtigt seien. Ortsansässige Firmen haben in einem ersten Treffen mit dem Bauamt laut dem Bericht dennoch deutliche Bedenken formuliert. Während des Umbaus müssten Verkehre vermutlich teilweise über Privatgelände umgeleitet werden.
Wir fordern: 1,8 Millionen Euro, die über die wiederkehrenden Beiträge und damit von den Grundstückseigentümern mitgetragen werden müssen, verlangen eine nüchterne Abwägung. Eine schönere Ortseinfahrt ist wünschenswert – aber nicht um jeden Preis und nicht gegen die Betriebe, die in Sponsheim Arbeitsplätze sichern und Gewerbesteuer zahlen. Wir fordern, dass dem Bauausschuss auch die Kosten jeder Variante für die Beitragszahler sowie die Folgekosten für Pflege und Unterhalt offen vorgelegt werden, dass wegfallende Stellplätze ersetzt werden und dass die Bedenken der Unternehmen ernst genommen werden, bevor eine Vorzugsvariante beschlossen wird. Bürger und Betriebe gehören an einen Tisch, statt gegeneinander ausgespielt zu werden.
#Bingen #Sponsheim #Masterplan #Bürgerbeteiligung #Mittelstand #MainzBingen
Quelle: Allgemeine Zeitung, 17.10.2026. https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/kreis-mainz-bingen/bingen/strassensanierung-in-der-weide-in-sponsheim-6544853
Urheber: Allgemeine Zeitung (Michael Lang), 17.10.2026 – 07:00.
