Bingen: Planungsausschuss verlangt Bebauungsplan für das Oblatenkloster auf dem Rochusberg – Umbau zum Seminar-Hotel hat bereits begonnen

Bingen: Planungsausschuss verlangt Bebauungsplan für das Oblatenkloster auf dem Rochusberg – Umbau zum Seminar-Hotel hat bereits begonnen.

Für das ehemalige Oblatenkloster auf dem Binger Rochusberg soll ein eigener Bebauungsplan aufgestellt werden. Das hat der Planungsausschuss der Stadt Bingen mit knapper Mehrheit beschlossen, wie die Allgemeine Zeitung am 25. Oktober 2026 berichtet. Der Binger Immobilienentwickler Jan Rickel will das denkmalgeschützte Ensemble, das seit 2022 leer steht, in ein Seminar-Hotel umwandeln. Ein Pachtvertrag über 99 Jahre zwischen Rickel und der Kirche hatte im Sommer den Weg dafür freigemacht; die katholische Gemeinde St. Martin hatte die millionenschwere Sanierung nicht selbst stemmen können. Die Entkernung hat laut Bericht bereits begonnen. Quelle: Allgemeine Zeitung, 25.10.2026.

Die im Ausschuss vorgelegten Entwürfe sehen unter anderem eine Sauna, einen großen Glasanbau, Massageräume, Ruhezonen, Doppelzimmer, den Neubau eines Seminarhauses sowie Gästeparkplätze auf heutigen Rebzeilen vor; in der Scheune sollen Rickels eigene Wohnung und ein Büro entstehen. „Die Eingrünung wird für den Umbau komplett gerodet“, erläuterte Bauamtsleiterin Dagmar Leitner. Dezernent Ullrich Mönch (CDU) verwies auf „nicht wenige Eingriffe in die Natur und im Außenbereich“. Wegen des Umfangs komme die Stadt um einen Bebauungsplan nicht herum, so die Verwaltung; CDU-Sprecher Alfred Klauer unterstützte diese Linie. Die SPD kritisierte dagegen unnötige Verzögerungen und Kosten und hielt einen Vertrag für ausreichend. Gegen die grundsätzliche Neuausrichtung des Klosters wandte sich laut Bericht keine Fraktion. Der Bebauungsplan soll Art und Maß der Nutzung, die überbaubaren Flächen, die Erschließung sowie Anforderungen an Gestaltung und Einbindung der Anlage festlegen. Quelle: Allgemeine Zeitung, 25.10.2026.

Wir fordern: Das Oblatenkloster ist ein Wahrzeichen Bingens. Dass es nach Jahren des Leerstands wieder genutzt wird, ist im Interesse der Stadt. Gerade weil der Rochusberg kein beliebiges Baugebiet ist, braucht es klare und verbindliche Regeln – aber auch ein zügiges Verfahren. Wir fordern die Stadtverwaltung auf, für den Bebauungsplan einen konkreten Zeitplan und die zu erwartenden Kosten offenzulegen. Bürger und Stadtrat müssen erfahren, in welchem Umfang Grün gerodet und Rebfläche in Anspruch genommen werden soll und wie der Charakter des Wallfahrtsortes rund um die Rochuskapelle gewahrt bleibt. Zugleich ist zu klären, auf welcher Grundlage die Arbeiten vor Ort bereits laufen. Rechtssicherheit für den Investor und Transparenz für die Bürger schließen sich nicht aus.

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Quelle: Allgemeine Zeitung, 25.10.2026. https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/kreis-mainz-bingen/bingen/ausschuss-stimmt-fuer-bebauungsplan-fuer-binger-oblatenkloster-6573168
Urheber: Allgemeine Zeitung (Christine Tscherner), 25.10.2026 – 14:00 MEZ.

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