Mainz-Bingen: Kreis deckelt ab 2027 die Förderung der Jugendarbeit – Träger in Bingen fürchten langfristig um Personal

Mainz-Bingen: Kreis deckelt ab 2027 die Förderung der Jugendarbeit – Träger in Bingen fürchten langfristig um Personal.

Der Landkreis Mainz-Bingen reduziert ab 2027 seine Förderung für die Jugendarbeit. Das berichtet die Allgemeine Zeitung am Montag, dem 26. Oktober 2026. Zusätzlich zu einer Abrundung der Förderbeträge werden die Auszahlungen gedeckelt: Sie sollen künftig nicht mehr automatisch fortgeschrieben werden, etwa aufgrund von Tariferhöhungen oder allgemeinen Kostensteigerungen. Als Grund nennt Landrat Thomas Barth (CDU) laut Bericht die Haushaltskonsolidierung – es müsse gespart werden, die Förderungen für die betroffenen Bereiche seien trotz der Anpassungen weiterhin hoch. Der Kreistag hatte die Deckelung bereits Anfang Oktober beschlossen. Quelle: Allgemeine Zeitung, 26.10.2026 und 05.10.2026.

Der Kreisjugendring hatte einen Änderungsantrag eingebracht, der im weiteren Verlauf der Debatte keine Mehrheit fand. Darin hatten die Vertreter die Kürzungen zwar akzeptiert, aber eine Überprüfung der Beträge im Turnus von drei Jahren gefordert, um Personalkosten und Tarifsteigerungen berücksichtigen zu können. Insgesamt sind laut Bericht 14 Bereiche der Jugendarbeit betroffen, zwölf davon von einer Abrundung der Förderbeträge. Beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) sinkt der Betrag von 47.021 Euro auf 45.000 Euro, ebenso bei der Sportjugend Rheinhessen – rund 4,3 Prozent weniger. Quelle: Allgemeine Zeitung, 26.10.2026.

Die Auswirkungen schätzen die Träger unterschiedlich ein. BDKJ-Diözesanvorsitzender Benedikt Beer sagte, man müsse zunächst nichts einstellen, langfristig stelle sich aber die Frage, wie es bei steigenden Kosten weitergehe. Sascha Roschel, Erster Vorsitzender des Fördervereins Soziale Arbeit in Bingen, zeigte sich überrascht. Der Verein beschäftigt fünf hauptamtliche Mitarbeiter und betreibt den Stadtteiltreff und den Jugendtreff in Büdesheim sowie das Jugendhaus in Bingen. Wegen der Tariftreuepflicht könne die Deckelung langfristig dazu führen, dass Personal entlassen werden müsse. Alexander Beuerle von der Sportjugend Rheinhessen warnte: „Wenn Personal- und Tarifkosten steigen, die Förderung aber nicht mehr entsprechend mitwächst, wird die Finanzierungslücke von Jahr zu Jahr größer.“ Betroffen sein könnten etwa die Ausbildung von Jugendleitern, die Beratung von Vereinen oder die Prävention sexualisierter Gewalt. Quelle: Allgemeine Zeitung, 26.10.2026.

Wir fordern: Dass der Kreis angesichts seiner Haushaltslage sparen muss, ist richtig. Es kommt aber darauf an, wo gespart wird. Die Jugendarbeit in Sportvereinen, Jugendtreffs und Verbänden lebt vom Ehrenamt, das hauptamtliche Kräfte anleiten und ausbilden. Wir fordern den Landrat auf, offenzulegen, wie viel der Kreis durch Abrundung und Deckelung insgesamt einspart und welche anderen freiwilligen Ausgaben und Verwaltungskosten vorher auf den Prüfstand gestellt wurden. Der Vorschlag des Kreisjugendrings, die Beträge regelmäßig zu überprüfen, ist vernünftig und sollte erneut beraten werden. Bevor Jugendtreffs in Büdesheim oder Bingen Personal abbauen müssen, muss der Kreistag wissen, welche Folgen seine Entscheidung vor Ort hat.

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Quelle: Allgemeine Zeitung, 26.10.2026. https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/kreis-mainz-bingen/landkreis-mainz-bingen/stellen-gefaehrdet-mainz-bingen-deckelt-jugendfoerderung-6570837
Bezug: Allgemeine Zeitung, 05.10.2026. https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/kreis-mainz-bingen/landkreis-mainz-bingen/kreistag-mainz-bingen-deckelt-foerderung-fuer-jugendarbeit-6492395
Urheber: Allgemeine Zeitung (Johanna Marie Kleine), 26.10.2026 – 15:00 MEZ.

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