Rhein-Selz: Nach Aus für Windkraft-Beteiligung nimmt die Kommunale Energie Rhein-Selz (KERS) Batteriespeicher ins Visier – konkrete Projekte gibt es noch nicht

Rhein-Selz: Nach Aus für Windkraft-Beteiligung nimmt die Kommunale Energie Rhein-Selz (KERS) Batteriespeicher ins Visier – konkrete Projekte gibt es noch nicht.

Der Verbandsgemeinderat Rhein-Selz hatte Anfang Oktober eine Beteiligung der Kommunalen Energie Rhein-Selz (KERS) an vier Windkraftanlagen in Dienheim und zwei weiteren in Weinolsheim abgelehnt. Die Projekte von WiWi Consult und SelzEnergie werden trotzdem realisiert, die KERS beteiligt sich aber nicht finanziell. KERS-Vorstand Uwe Zink will nun Batteriespeicher als neues Vorhaben prüfen. Quelle: Allgemeine Zeitung, 07.11.2026.

Zunächst hatten sich 18 der 20 Kommunen in Rhein-Selz an der KERS beteiligt; Hahnheim und Ludwigshöhe waren von Anfang an nicht dabei, Weinolsheim möchte inzwischen wieder austreten. Bei der Abstimmung über die Windkraftanlagen stimmten zwölf Gemeinden gegen eine Beteiligung, drei vertagten, nur drei waren dafür. Teilnehmende der nicht öffentlichen Sitzung beschrieben den Ablauf laut AZ als „unprofessionell“; vor allem neue Zahlen, die erst während der Sitzung präsentiert wurden, hätten für Misstrauen gesorgt. Eine KERS-Beteiligung wäre nur möglich gewesen, wenn die VG die finanzielle Lücke ausgeglichen hätte – das wollte der VG-Rat nicht. Quelle: Allgemeine Zeitung, 07.11.2026.

Neben der jährlichen Einlage wären laut Zink weitere Kosten angefallen, etwa für Wirtschafts- und Steuerberatung, Jahresabschlüsse sowie die Haftpflichtversicherung für Vorstand und Geschäftsführung – pro Kommune nochmals 1500 Euro. Bei den Windkraftprojekten wären erste Rückflüsse erst nach acht Jahren zu erwarten gewesen, vollständig getilgt wäre der Kredit nach 20 Jahren gewesen. Konkrete, vorschlagsreife Batteriespeicher-Projekte gibt es bislang nicht; Zeitraum und mögliche Erträge müssten erst untersucht werden. Zink räumt ein, dass eine verständlichere Aufbereitung der Zahlen beim ersten Anlauf „mit Sicherheit geholfen“ hätte. Quelle: Allgemeine Zeitung, 07.11.2026.

Wir fordern: Zwölf von 18 Gemeinden haben die Windkraft-Beteiligung abgelehnt – wegen kurzfristig nachgelieferter Zahlen, zusätzlicher Kosten und Rückflüssen erst nach acht Jahren. Bevor die KERS nun das nächste Projekt anschiebt, braucht es vollständige Kosten- und Risikorechnungen vorab, offen für alle Gemeinderäte und Bürger. Kommunales Geld ist Steuergeld; Entscheidungen über Energieprojekte mit unsicheren Erträgen gehören nicht in nicht öffentliche Sitzungen mit kurzfristig nachgereichten Zahlen.

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Quelle: Allgemeine Zeitung, 07.11.2026. https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/kreis-mainz-bingen/landkreis-mainz-bingen/nach-windkraft-nein-kers-nimmt-batteriespeicher-ins-visier-6588633
Urheber: Allgemeine Zeitung (Carina Schmidt), 07.11.2026 – 12:00 MEZ.

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