Bingen: KI-Pilot für Ordnungsamt – Software schlägt Routen zu Falschparkern und Müll vor; Test kostenlos bis Ende Februar.
Die Stadt Bingen testet seit November 2026 eine KI-Software für das Ordnungsamt. Sie soll den vier Mitarbeitenden im Außendienst täglich Routen vorschlagen, an denen die Wahrscheinlichkeit für Verstöße – etwa falsches Parken, fehlende Parktickets oder illegale Müllablagerungen – besonders hoch ist. Die Vorschläge werden bisher am PC abgerufen, demnächst auch über eine App auf dem Diensthandy. Quelle: SWR Aktuell / Studio Mainz, 06.11.2026.
Grundlage sind anonymisierte Bußgeld-Daten aus rund einem Jahr (Tatort, Tatzeit, Art des Verstoßes), mit denen das Münchner Unternehmen amtelligence die KI trainiert hat; auch Erfahrungen der Mitarbeitenden flossen ein. Oberbürgermeister Thomas Feser (CDU) betont laut SWR, Ziel sei nicht möglichst viele Verwarnungen, sondern freie Gehwege, Einfahrten und Rettungswege dort, wo der Handlungsbedarf hoch sei. Der Test läuft kostenlos bis Ende Februar; danach wertet die Stadt aus und entscheidet über die Fortsetzung. Bingen hatte das Unternehmen auf einer Messe kennengelernt und sich als Pilotstadt beworben. Quelle: SWR Aktuell / Studio Mainz, 06.11.2026.
Wir fordern: Freie Rettungswege und Gehwege sind ein berechtigtes Anliegen – datengetriebene Routen ersetzen aber keine ausreichende Personalausstattung im Ordnungsamt. Die Stadt muss vor einer dauerhaften Einführung offenlegen, welche Daten wie lange gespeichert werden, wer Zugriff hat und wie Bürger Auskunft und Widerspruch wahrnehmen können. Ein kostenloser Pilot darf nicht zur stillen Norm werden: Nach Ende der Testphase brauchen Rat und Öffentlichkeit eine klare Auswertung zu Nutzen, Fehlalarmen und Datenschutz – bevor Steuergeld für Lizenzen fließt.
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Quelle: SWR Aktuell / Studio Mainz, 06.11.2026. https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/mainz/ki-hilft-ordnungsamt-bingen-falschparker-zu-finden-100.html
Urheber: SWR Aktuell (Studio Mainz), 06.11.2026.
Originaltext der Pressemeldung:
Achtung Falschparker! KI unterstützt Ordnungsamt in Bingen
Die Stadt Bingen testet gerade eine KI. Sie soll dem Ordnungsamt sagen, wo es sich gerade besonders lohnt, nach Falschparkern zu schauen – doch was steckt dahinter?
Falsches Parken, fehlende Parktickets, aber auch illegale Müllablagerungen: Mit solchen Problemen hat das Ordnungsamt in Bingen tagtäglich zu tun. Hier setzt das Pilotprojekt an. Eine KI-Software schlägt den vier Mitarbeitenden im Außendienst seit November jeden Tag Routen vor, an denen die Wahrscheinlichkeit für Verstöße besonders hoch ist, teilt die Stadt mit.
Die Vorschläge rufen sie bisher am PC ab, demnächst auch über eine App auf dem Diensthandy. Grundlage sind anonymisierte Verstöße aus rund einem Jahr, mit denen das Müchener Unternehmen amtelligence die KI gefüttert hat. Dabei geht es um Daten aus den Bußgeldverfahren des vergangenen Jahres – also Tatort, Tatzeit und Art des Verstoßes. Aber auch die Erfahrungen der Mitarbeitenden sind mit eingeflossen.
Aus diesen Daten erstellt die KI einen Plan, wann und wo in Bingen typischerweise Regeln missachtet werden und wo sich eine Kontrolle aktuell besonders lohnen könnte.
Digitale Werkzeuge sollen vor allem im Arbeitsalltag entlasten und zugleich einen konkreten Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger bringen, sagt Oberbürgermeister Thomas Feser (CDU).
Er betont, dass das Ziel nicht sei, möglichst viele Verwarnungen zu verteilen. Wichtiger sei, Gehwege, Einfahrten und Rettungswege dort freizuhalten, wo der Handlungsbedarf gerade besonders hoch ist. Bingen mit seiner Kernstadt und den sieben Stadtteilen, dem Pendlerverkehr rund um den Bahnhof, dem Tourismus sowie Veranstaltungen wie dem Winzerfest, stelle das Ordnungsamt täglich vor unterschiedlichste Herausforderungen.
Bingen testet die KI-Software kostenlos bis Ende Februar. Dann wird die Testphase ausgewertet und die Stadt entscheidet, ob sie weiterhin mit der KI-Software arbeiten wird. Die Stadt Bingen hatte das Unternehmen auf einer Messe kennengelernt und sich als Pilotstadt beworben.
