Ingelheim: Viertklässler verteilen Strafzettel gegen Elterntaxis, Eltern werden Verkehrshelfer – Polizei ahndet vier Verstöße in der Carolinenstraße.
Vor der Pestalozzischule in Ingelheim haben Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen am Montag, dem 26. Oktober 2026, gemeinsam mit dem ACE und der Polizei Autofahrer auf mehr Rücksicht am Schulweg aufmerksam gemacht. Wie das Polizeipräsidium Mainz mitteilt, verteilten die Kinder in kleinen Gruppen im Unterricht erarbeitete und selbst gebastelte Strafzettel. Hintergrund sind Situationen durch den elterlichen Fahrdienst, die sich laut Polizei nahezu täglich vor der Schule abspielen und ein erhöhtes Unfallrisiko mit sich bringen. Mit sogenannten „Tiefsehrohren“ konnten Eltern den Verkehr aus der Perspektive eines Kindes wahrnehmen. Eine Streife der Polizeiinspektion Ingelheim kontrollierte in der Carolinenstraße das Durchfahrtsverbot von 7:30 Uhr bis 8:00 Uhr und stellte dabei vier Verstöße fest. Die Aktion soll in den nächsten Wochen wiederholt werden; für den folgenden Abend lud die Schule gemeinsam mit der Polizei zu einem Elternabend ein. Quelle: Polizeipräsidium Mainz, 26.10.2026.
Auch an der Präsident-Mohr-Schule werden Eltern selbst aktiv, wie die Allgemeine Zeitung am 26. Oktober 2026 berichtet. Die Ober-Ingelheimer Grundschule ist wegen ihres Um- und Neubaus seit August 2025 im Gebäude der ehemaligen BBS in der Wilhelm-Leuschner-Straße untergebracht, wo deutlich mehr Verkehr herrscht. Auf Initiative des Schulelternbeirats haben Eltern, Stadt und Polizeiinspektion Ingelheim ein Programm mit ehrenamtlichen Verkehrshelfern gestartet; Hinweisschilder stehen in der Straße Am Sandhöbel und an der Bushaltestelle San-Pietro-Straße. Nach einer weiteren Schulung umfasst der Helfer-Pool laut Elternbeirat rund 20 Personen. Für das Stadtgebiet Ingelheim sei das neu, sagte Dirk Christmann von der PI Ingelheim; im Zuständigkeitsbereich gebe es eine solche Initiative bislang nur in Ockenheim. Eltern zu ermuntern, ihre Kinder nicht bis vor den Schuleingang zu fahren, sei „leider ein Kampf gegen Windmühlen“. Bürgermeisterin Sybille Schäfer (SPD) sprach von einem Pilotprojekt, das nicht dabei bleiben müsse. Quelle: Allgemeine Zeitung, 26.10.2026.
Wir fordern: Unser Dank gilt den Eltern, die ehrenamtlich für die Sicherheit der Kinder sorgen, und den Beamten der PI Ingelheim. Sicherheit auf dem Schulweg darf aber nicht allein vom Ehrenamt abhängen. Wir fordern die Stadt Ingelheim auf, an allen Grundschulen die Verkehrssituation zu prüfen und, wo nötig, Hol- und Bringzonen in sicherem Abstand zum Schuleingang einzurichten. Erst kürzlich hatte die Stadt, wie wir am 22. Oktober berichteten, nach einem Unfall mit einem Kind in der Turnierstraße Zebrastreifen und Tempo 30 abgelehnt – umso wichtiger ist es, dass die Stadt die Anregungen von Eltern und Polizei ernst nimmt und bauliche Lösungen nicht von vornherein ausschließt.
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Quelle: Polizeipräsidium Mainz (Presseportal). https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/117708/6378166
Quelle: Allgemeine Zeitung, 26.10.2026. https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/kreis-mainz-bingen/ingelheim/sicherer-schulweg-ingelheimer-eltern-werden-selbst-aktiv-6562008
Urheber: Polizeipräsidium Mainz, 26.10.2026 – 14:53 MEZ; Allgemeine Zeitung (Julia Radgen), 26.10.2026 – 14:30 MEZ.
Originaltext der Pressemeldung:
POL-PPMZ: Polizei und Grundschüler setzen Zeichen gegen Elterntaxis Viertklässler verteilen selbst gebastelte Strafzettel für mehr Verkehrssicherheit auf dem Schulweg
Ingelheim (ots)
Der tägliche Schulweg ist ein wichtiger Schritt für Kinder auf dem Weg zu mehr Selbstständigkeit und Sicherheit im Straßenverkehr. Jede Familie organisiert den Schulweg entsprechend ihrer individuellen Lebenssituation – oft unter Zeitdruck und mit dem Wunsch, das eigene Kind sicher zur Schule zu bringen.
Aber durch den elterlichen Fahrdienst entstehen im Umfeld der Schule immer wieder Situationen, die schnell unübersichtlich werden und ein erhöhtes Unfallrisiko mit sich bringen. Insbesondere durch ein hohes Verkehrsaufkommen kommt es häufig zu Engpässen, unklaren Verkehrssituationen und gefährlichen Momenten für Kinder beim Ankommen und Aussteigen.
Ähnliche Szenarien spielen sich nahezu täglich vor der Pestalozzischule in Ingelheim ab, weshalb gemeinsam mit dem ACE und der Polizei eine besondere Aktion gestartet wurde: Heute verteilte ein Teil der Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen im Unterricht erarbeitete und selbst gebastelte Strafzettel vor der Schule an Autofahrerinnen und Autofahrer und warben damit für mehr Rücksichtnahme und Sicherheit auf dem Schulweg. Für diese Aktion wurden Sie in kleine Gruppen aufgeteilt und waren mit echter Polizei und sichtlicher Begeisterung bei der Sache.
Eltern erhielten die Möglichkeit den Straßenverkehr aus der Perspektive eines Kindes wahrzunehmen. Hierfür kamen sogenannte “Tiefsehrohre” zum Einsatz. Während Erwachsene in der Regel groß genug sind über Hindernisse hinweg zu sehen, stellen diese für Kinder eine große Herausforderung dar. Auch ihr entwicklungsbedingtes eingeschränktes Sichtfeld erschwert es ihnen, komplexe Verkehrssituationen richtig einzuschätzen. Das Tiefsehrohr macht diese Umstände sichtbar und sorgte bei manch einem Elternteil für einen Aha-Effekt und machte verständlich warum besondere Vorsicht um Umfeld von Schulen so wichtig ist. Um darüber hinaus weitere Eltern der Kinder dieser Schule zu erreichen und zu informieren, lädt die Schule und die Polizei morgen Abend zu einem besonderen Elternabend ein.
Eine Streife der Polizeiinspektion Ingelheim kontrollierte in der Carolinenstraße das bestehende Durchfahrtsverbot von 7:30 Uhr bis 8:00 Uhr. Dabei wurden vier Verstöße festgestellt und geahndet.
Obwohl das Verkehrsaufkommen während der Aktion überschaubar blieb, ergaben sich zahlreiche gute Gespräche – auch mit Anwohnerinnen und Anwohnern, die die Initiative ausdrücklich begrüßten. In den nächsten Wochen wird die Aktion an unterschiedlichen Tagen mit unterschiedlichen Schülerinnen und Schülern wiederholt.
Die Aktion zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit von Schule, Polizei, Stadt und Eltern für die Verkehrssicherheit ist. Kinder sollen ihren Schulweg möglichst selbstständig und sicher bewältigen können. Wer auf das Auto verzichtet und sein Kind zu Fuß zur Schule gehen lässt, trägt dazu bei, den Verkehr vor den Schulen zu reduzieren und gefährliche Situationen zu vermeiden.
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