Guntersblum: Gemeinderat stimmt gegen dauerhaften Betrieb des Horts – Plätze für dieses Schuljahr werden aber von 20 auf 35 erhöht.
Der Guntersblumer Gemeinderat hat sich gegen einen dauerhaften Fortbestand des Horts der Kindertagesstätte „Abenteuerwelt“ ausgesprochen. Das berichtet die Allgemeine Zeitung am Sonntag, dem 25. Oktober 2026. Mit sieben Ja-Stimmen, zehn Nein-Stimmen und einer Enthaltung lehnte der Rat die dauerhafte Fortführung ab. In einer weiteren Abstimmung beschloss er, die Hortplätze für das Schuljahr 2026/2027 von 20 auf 35 zu erhöhen. Einige der zahlreich anwesenden Eltern verließen daraufhin aufgebracht den Ratssaal. Zuvor hatte der Rat die Verwaltung beauftragt, unter Einbindung des Kreisjugendamtes und des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung eine Neuordnung der Kita-Landschaft zu prüfen, da die Kitas derzeit nicht ganz ausgelastet seien. Quelle: Allgemeine Zeitung, 25.10.2026.
Der Hort ist in der angemieteten „Alten Schule“ untergebracht, was laut Bericht hohe Kosten für die Gemeinde verursacht. Als Alternative wurde das Leininger Schloss vom Kreisjugendamt geprüft und vorerst für geeignet befunden; kostenneutral wäre das nicht, da dann Mieteinnahmen entfielen. Kita-Leiterin Leonie Schickling berichtete von bereits 50 Anmeldungen für das nächste Schuljahr und verwies darauf, dass der Hort bis 16.45 Uhr geöffnet und flexibler sei als die Ganztagsschule. Manuela Urban (FWG) und Günter Schneider (SPD) sahen den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung durch die Ganztagsschule als erfüllt an. Nils Bind von der VG Rhein-Selz erläuterte, die Gemeinde trage lediglich 11 Prozent der Lohnkosten für das Kita- und Hortpersonal. Er will die Entscheidung mit dem Kreisjugendamt klären; anders als Schneider ist er der Auffassung, dass der Hort nicht einfach geschlossen werden könne. Ortsbürgermeisterin Dorothee Hientzsch nahm wegen Befangenheit nicht an der Beratung teil. Quelle: Allgemeine Zeitung, 25.10.2026.
Wir fordern: Familien in Guntersblum brauchen Planungssicherheit. Ein Ratsbeschluss gegen den dauerhaften Hort bei gleichzeitig mehr Plätzen für dieses Schuljahr und offener Rechtslage schafft das Gegenteil. Die VG Rhein-Selz muss zügig mit dem Kreisjugendamt klären, was rechtlich gilt, und das Ergebnis öffentlich machen. Für die Standortfrage – „Alte Schule“ oder Leininger Schloss – gehört ein transparenter Kostenvergleich auf den Tisch, bevor weitere Entscheidungen fallen. Berufstätige Eltern dürfen nicht die Leidtragenden einer ungeklärten Finanzierung sein.
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Quelle: Allgemeine Zeitung, 25.10.2026. https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/kreis-mainz-bingen/verbandsgemeinde-rhein-selz/guntersblum/guntersblum-mehr-hortplaetze-aber-keine-dauerhafte-zusage-6552342
Bezug: AfD Mainz-Bingen, 17.10.2026 (Beitrag 4795, Vorbericht zur Ratssitzung).
Urheber: Allgemeine Zeitung (Anette Bodderas-Schwarz), 25.10.2026 – 17:30 MEZ.
